Unterstützung bei der Antragstellung für Horizont 2020: Innovationsgutscheine für KMU

Detailansicht von verschiedenen Euro-Banknoten

Einige Bundesländer bieten Unternehmen eine finanzielle Unterstützung bei der Antragstellung für Horizont 2020 an. Diese richten sich vorrangig an kleine und mittlere Unternehmen und können zumeist in Form eines Innovationsgutscheins oder einer Prämie in Anspruch genommen werden. Wir geben Ihnen hier einen Überblick über die aktuellen Fördermöglichkeiten in den Bundesländern.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist die Teilnahme an europäischen Förderprogrammen häufig eine Herausforderung: Die Anforderungen von der Registrierung des Unternehmens bis zur Antragseinreichung sind komplex, der Antrag muss neben dem Tagesgeschäft erstellt werden, zudem in englischer Sprache. KMU fehlen hier häufig sowohl die finanziellen als auch die zeitlichen Ressourcen. Umfassende Beratung und Unterstützung erhalten Unternehmen bei den Nationalen Kontaktstellen sowie bei den regionalen Kontaktstellen des Enterprise Europe Network.

Einige Bundesländer bieten Unternehmen darüber hinaus eine finanzielle Unterstützung bei der Antragstellung für Horizont 2020 an. Diese richten sich vorrangig an kleine und mittlere Unternehmen und können zumeist in Form eines Innovationsgutscheins bzw. einer Prämie in Anspruch genommen werden. Wir möchten Ihnen hier einen Überblick über die aktuellen Fördermöglichkeiten in den Bundesländern geben.

Brandenburg

Mit dem Brandenburger Innovations-Gutschein "BIG-EU" können KMU und Handwerksbetriebe mit Sitz in Brandenburg einmalig eine Beratungsdienstleistung zur Unterstützung bei der Antragstellung in einer EU-Fördermaßnahme in Anspruch nehmen. Die Höchstfördersumme für Beratungsleistungen beträgt 8.000 Euro. Unternehmenskonsortien, in denen das KMU als Leadpartner auftritt, können mit bis zu 16.000 Euro unterstützt werden. Die Förderquote liegt bei 50 %.

Hessen

In Hessen bietet das RKW Hessen eine Beratungsförderung zur Antragstellung in Innovationsförderprogrammen des Bundes und der EU. Antragsteller erhalten einen Zuschuss von maximal 6.000 Euro (50 % des Beratungshonorars) für bis zu 10 Beratungstage.

Sachsen

Seit Ende 2015 gibt es in Sachsen für sächsische KMU die HORIZON-Prämie für die Antragstellung / Startphasenunterstützung für Projekte im Rahmen von Horizont 2020. Die HORIZON-Prämie ist seit dem 1. Juli 2017 Bestandteil der Richtlinie Landes-Technologieförderung. Die Prämie ist ein Zuschuss zur Finanzierung der Dienstleistungen, die durch spezialisierte private Anbieter, Kammern, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen erbracht werden können. Es sind maximal drei Förderungen im Rahmen eines nicht-rückzahlbaren Zuschusses pro Unternehmen möglich. Die Förderquote beträgt dabei 50 %. Antrags-und Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt bietet das "Beratungsprogramm für Unternehmen" KMU aus dem Bundesland Unterstützung durch spezifische  Beratungen zu betriebswirtschaftlichen, finanziellen, personellen, technischen und organisatorischen Aspekten der Unternehmensführung. Unter dem Programmpunkt Internationalisierung und Außenwirtschaft ist auch die Beratung zur Vorbereitung einer Horizont-2020-Antragstellung förderfähig. Der Zuschuss beträgt bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben, maximal 300 Euro pro Tagewerk. Die Beratungen umfassen höchstens 15 Tagewerke (bis zu maximal 4.500 Euro als Zuschuss).

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein bietet die Richtlinie zur "Förderung von Anträgen kleiner und mittlerer Unternehmen im EU-Rahmenprogramm Horizon 2020" eine finanzielle Unterstützung für Projektvolumen, die 100.000 Euro übersteigen. Die Zuwendung beträgt pauschal a) 2.500 Euro für eine Antragsvorbereitung, 5.000 Euro, sofern der Horizont-2020-Antrag die Ausübung der Koordinatorenfunktion einschließt; b) zusätzlich 10.000 Euro zur Abdeckung von Vorlaufkosten bei der Konsortienbildung bei Ausübung der Koordinatorenfunktion; c) zusätzlich 1.000 Euro für die Analyse abgelehnter Anträge.

Thüringen

In Thüringen bietet die FTI-Richtlinie sogenannte  "Innovationsgutscheine" für verschiedene Drittleistungen, beispielsweise Aufträge und Dienstleistungen. Der Typ A ist für die Vorbereitung von FuE-Kooperationsprojekten vorgesehen, dazu gehören auch EU-Projekte. Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit nichtwirtschaftlichem Betrieb. Die Förderung umfasst einen Zuschuss von maximal 50.000 Euro (Förderquote: 70 % für kleine und 60 % für mittlere Unternehmen).


N.B.: Die Nationale Kontaktstelle KMU übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit der oben gemachten Angaben.