Verbundforschung

Mehrere Personen fügen Puzzlestücke zusammen

Der "Klassiker" der EU-Forschungsförderung sind Verbundprojekte. Mindestens drei Partner (wie z. B. KMU oder Hochschulen) aus mindestens drei EU-Mitgliedstaaten oder assoziierten Staaten müssen gemeinsam einen Antrag stellen. Zusammen erforschen und entwickeln sie Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.

Ausschreibungsmodalitäten

In Horizont 2020 bestehen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten an Verbundprojekten, insbesondere in der Förderlinie Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien (LEIT) und dem Programmschwerpunkt Gesellschaftliche Herausforderungen.

Wesentliches Merkmal von Verbundprojekten ist die Förderung von Konsortien, in denen Partner aus verschiedenen Ländern und Einrichtungstypen gemeinsam an der Entwicklung neuen Wissens sowie neuer Technologien, Verfahren, Produkte, Dienstleistungen und der Koordinierung von Programmen arbeiten.

Die Förderung von Verbundprojekten erfolgt - im Gegensatz beispielsweise zum thematisch breiteren KMU-Instrument oder anderen themenoffenen (bottom-up) Förderinstrumenten - in der Regel themengebunden (top-down) in Form von Ausschreibungsschwerpunkten, den so genannten Topics. Die thematische Abdeckung der vorgegebenen Ausschreibungsinhalte ist deshalb wichtig für den Erfolg der Projektvorschläge.

Es gibt verschiedene Antragsverfahren (z. B. ein- oder zweistufige Verfahren), die bei den Ausschreibungen zur Verbundforschung zum Tragen kommen können. Welches Antragsverfahren bei einer Ausschreibung angewendet wird, ist den jeweiligen Ausschreibungsunterlagen zu entnehmen. Auch zu Projektdauer und insbesondere dem Projektbudget beachten Sie bitte die Hinweise in den betreffenden Abschnitten der Arbeitsprogramme.

Einen Überblick über alle ausgeschriebenen Themen und Projektaufrufe finden Sie auf dem Teilnehmerportal von Horizont 2020.

Ausschreibungen mit besonderer Relevanz für KMU

Im Grundsatz ist die Teilnahme von KMU - wo möglich und sinnvoll - in allen Ausschreibungsschwerpunkten gewünscht, denn die Erhöhung ihrer Beteiligung ist als Querschnittsaufgabe für Horizont 2020 zu verstehen. In den Arbeitsprogrammen für 2014 und 2015 gibt es darüber hinaus in zahlreichen "Topics"-Hinweise auf deren besondere Relevanz bzw. Eignung für KMU, beispielsweise im Abschnitt zu den erwarteten Auswirkungen (expected impact).

Zu den Fördermöglichkeiten für KMU in der Verbundforschung sollten Sie die für Sie relevanten Teile des Arbeitsprogramms genau analysieren und gegebenenfalls die fachlich zuständigen Nationalen Kontaktstellen der Bundesregierung kontaktieren.

Förderinstrumente der Verbundforschung

Die Förderung erfolgt hauptsächlich über Forschungs- und Innovationsmaßnahmen (Research and Innovation Actions, RIA) und über Innovationsmaßnahmen (Innovation Actions, IA).

Beide Aktionen richten sich an transnationale Konsortien mit mindestens drei Partnern und sind offen für alle Teilnehmergruppen (Industrie inklusive KMU, Forschungseinrichtungen, Hochschulen etc.). Teilnahmeberechtigt sind voneinander unabhängige Rechtspersonen aus mindestens drei unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten oder zu Horizont 2020 assoziierten Ländern. Unteraufträge können vergeben werden, sofern die fachliche Expertise für die Zielerreichung unerlässlich und bei den Verbundpartnern nicht vorhanden ist. Es dürfen keine Kernaufgaben des Projektes betroffen sein.

Forschungs- und Innovationsmaßnahmen (Research and Innovation Actions, RIA)

Förderfähig sind Aktivitäten, die primär auf die Generierung neuen Wissens und/oder auf eine erste Testung und Validierung neuer Technologien, Produkte, Dienstleistungen, Verfahren im Labormaßstab oder in einer simulierten Umgebung abzielen. Es besteht die Möglichkeit, in den Projekten in begrenztem Umfang Demonstrations- und Pilotaktivitäten einzubeziehen, um die technische Machbarkeit unter realen Bedingungen zu überprüfen.

Die Erstattungsquote beläuft sich auf 100 %.

Berechnung: 100 % für erstattungsfähige (i. d. R. direkte) Kosten plus 25 % Pauschale (z. B. für indirekte Kosten). Dieser Betrag wird dann mit 100 % multipliziert. Mehr zur Berechnung finden Sie hier.

Innovationsmaßnahmen (Innovation Actions, IA)

Folgende Maßnahmen kommen als Innovationsmaßnahmen in Frage:

  • Entwicklung von Plänen, Schemata, Entwürfen für neue, veränderte oder verbesserte Produkte, Verfahren und Dienstleistungen
  • Prototypentwicklung, Demonstrations- und Pilotmaßnahmen
  • Marktumsetzungsprojekte (erste Markteinführung)
  • groß angelegte Produktvalidierungen in operativer Umgebung

Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen können hier nur bedingt gefördert werden.
Die Förderquote ist aufgrund der größeren Marktnähe auf 70 %  festgelegt. Davon abweichend werden gemeinnützige Organisationen mit einer Erstattungsquote von 100 % gefördert.

Berechnung: 100 % für erstattungsfähige (i. d. R. direkte) Kosten plus 25 % Pauschale (z. B. für indirekte Kosten). Dieser Betrag wird dann mit 70 % bzw. 100 % multipliziert. Mehr zur Berechnung finden Sie hier.

Daneben gibt es sogenannte Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen (engl. Coordination and Support Actions, CSA), durch welche begleitende Aktivitäten finanziert werden können. Auch hier finden sich die Aufrufe im Arbeitsprogramm und im Teilnehmerportal. Hier sind grundsätzlich Einzelanträge möglich.

 

Weitere Informationen zur Teilnahme in Horizont 2020 finden Sie unter: http://www.horizont2020.de