FAQ Fast Track to Innovation

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Die Teilnahmebedingungen für Fast Track to Innovation sind in den Rechtstexten im Arbeitsprogramm von Horizont 2020 geregelt. Trotzdem bleiben Grauzonen, die aus den Rechtstexten nicht eindeutig hervorgehen. Wir haben daher die häufigsten Fragen und Antworten zu diesem Förderschema für Sie zusammengestellt.

  1. Wann können Anträge eingereicht werden?

Das Antragsverfahren ist zurzeit geschlossen. Weitere Stichtage werden voraussichtlich ab 2018 angeboten.

  1. Welche Stichtage sind für 2017 vorgesehen?

Für 2017 sind keine Stichtage vorgesehen.

  1. Werden alle positiv begutachteten Anträge gefördert?

Nein. Wie viele der positiv evaluierten Anträge gefördert werden können, hängt vom Verhältnis des nachgefragten zum verfügbaren Budget ab (sog. Überzeichnung).

  1. Gibt es thematische Vorgaben?

Der Projektgegenstand kann im Rahmen der Programmbereiche "Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien" und "Gesellschaftliche Herausforderungen" von Horizont 2020 (siehe hierzu die Verordnung zu Horizont 2020 sowie das Spezifische Programm) frei gewählt werden. Bezüglich des Reifegrades des Projektgegenstandes gilt, dass im Ergebnis fortgeschrittene Ideen innerhalb von drei Jahren nach Projektstart in marktfertige Produkte, Verfahren, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle transferiert werden sollten.

  1. Welche Organisationstypen sind antragsberechtigt?

Das Instrument ist für alle Arten von Einrichtungen offen, u. a. Industrie (kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Großunternehmen), Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, welche ihren Sitz in den EU-Mitgliedstaaten oder an Horizont 2020 assoziierten Ländern haben.

  1. Welche Vorgaben bestehen bezüglich der Konsortien?

Einzelförderung ist im Gegensatz zum KMU-Instrument grundsätzlich ausgeschlossen. Förderfähige Konsortien müssen aus drei bis fünf Partnern bestehen. Diese müssen ihren Sitz in mindestens drei Staaten der EU oder in assoziierten Staaten haben (s.o.). Vom Budget sind mindestens 60 % für die Industrie (private, gewinnorientierte Organisationen) vorzusehen oder eine bestimmte Mindestzahl an Industriepartnern ist zu beteiligen. Dies sind bei drei oder vier Partnern mindestens zwei Partner aus der Industrie, bei fünf Partnern mindestens drei.

  1. Kann ich als neu gegründetes Unternehmen an Fast Track to Innovation (FTI) teilnehmen?

Formal ist dies möglich.

  1. Ist es möglich, bereits im Teilnehmerportal eingereichte Anträge zu FTI zu überarbeiten?

Eine Überarbeitung von bereits eingereichten Anträgen ist grundsätzlich möglich. Man kann den Antrag so oft hochladen und abschicken, wie man möchte. Die letzte hochgeladene Version zum Stichtag wird begutachtet.

  1. Kann ich mehrere Anträge gleichzeitig stellen?

Ja.

  1. Können Anträge in FTI und dem KMU-Instrument parallel eingereicht werden?

Ja.

  1. Kann ein Antrag, der abgelehnt wurde, nochmals eingereicht werden?

Nach Ablehnung können überarbeitete Anträge erneut eingereicht werden.

  1. Wann werden die Antragsteller über die Förderentscheidung informiert und wann kann ein Projekt frühestens beginnen?

Die Förderentscheidung wird drei Monate nach dem Stichtag mitgeteilt. Das unterzeichnete "Grant Agreement" soll den erfolgreichen Antragstellern sechs Monate nach Benachrichtigung über die Förderentscheidung vorliegen, so dass ein Projekt sechs Monate nach dem jeweiligen Stichtag starten kann.

  1. Gibt es spezielle Formulare für die Darstellung der Businesspläne?

Nein. Eine Orientierung zu notwendigen Elementen eines Businessplans ist dem Antragsformular von FTI zu entnehmen, z. B. die Darstellung der eigenen Lösung im Vergleich zu bereits bestehenden (Technologie-)Lösungen, der Unique Selling Points der eigenen Lösung und die Auswahl der Distributionsstrategie.

  1. Können miteinander verbundene Unternehmen einen Antrag einreichen?

Ja, Mutter- und Tochterunternehmen können im selben Call einen eigenen Antrag einreichen.

  1. Können Unterauftragnehmer an FTI beteiligt werden?

Die Beteiligung von anderen Organisationstypen ist als Unterauftragnehmer möglich, sofern diese gut begründet ist, z. B. wenn die antragstellende Einrichtung auf externes Know-how angewiesen ist. Unterauftragnehmer können in mehreren Konsortien vertreten sein. Hinsichtlich des Anteils am Budget ist für Unteraufträge keine Begrenzung nach oben festgelegt. Unteraufträge müssen aber plausibel erscheinen, die Kosten angemessen und ihre Finanzierung mit der Bonität und den Kapazitäten der antragstellenden Einrichtungen vereinbar sein. Interessenskonflikte sind auszuschließen und die Auswahl der Unterauftragnehmer mit dem besten Preis-Qualitäts-Verhältnis ist sicherzustellen. Es sollten keine Kernaufgaben ausgegliedert werden, die für die Markteinführung relevant sind. Über die Angemessenheit der Unteraufträge entscheiden die Gutachter.

  1. Wie erfolgt die Auszahlung für ein Projekt?

Die Summe der Vorfinanzierung und der Zwischenzahlungen beträgt maximal 90 % der Gesamtfördersumme. Die Zwischenzahlungen werden innerhalb von 90 Tagen nach Eingang der Berichte ausgezahlt.

  1. Welche Fördersumme kann minimal / maximal beantragt werden?

Für die Förderung können für alle Projektpartner eines Konsortiums in der Regel insgesamt zwischen 1 Million und 3 Millionen Euro beantragt werden.

  1. Welche Förderquoten bestehen für verschiedene Einrichtungstypen?

Die Förderquote beträgt für private, gewinnorientierte Organisationen (KMU und Großunternehmen) 70 %, für nicht-gewinnorientierte Organisationen (z. B. Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) 100 % der erstattungsfähigen direkten Kosten und der 25 %-Pauschale für indirekte Kosten. Damit erhält man für einen erstattungsfähigen Euro Ausgaben eine Förderung von bis zu 87,5 Cent (bei einer Förderquote von 70 %) bzw. bis zu 1,25 Euro (bei einer Förderquote von 100 %).

  1. Welche Kosten sind erstattungsfähig?

Analog zu den Beteiligungsregeln von Horizont 2020 sind direkte Kosten erstattungsfähig. Zu den direkten Kosten zählen Personalkosten, Reisekosten sowie Kosten für andere Güter und Verbrauchsmaterialien. Zusätzlich wird auf die direkten Kosten eine Pauschale von 25 % zur Abdeckung indirekter Kosten aufgeschlagen, ohne dass für diese ein weiterer Kostennachweis erforderlich ist. Außerdem werden die Kosten für fremdvergebene Dienstleistungen (Subcontracting) und andere Kosten (z. B. eingekaufte Ressourcen von Dritten) zu 70 % bzw. 100 % erstattet, allerdings fallen diese nicht unter die Pauschale.

  1. Ist es möglich, für den Eigenanteil weitere EU-Fördermittel zu beantragen?

Nein. Den Eigenanteil im Umfang von 30 % der Gesamtkosten muss das antragstellende Unternehmen aus seinem Umsatz oder anderen Finanzquellen, wie z. B. Eigenkapital oder privaten Investitionen aufbringen. Eine Doppelförderung mit EU-Geldern ist ausgeschlossen. Weitere Fördermittel sind in Ergänzung zulässig.

  1. Welche Aktivitäten sind förderfähig?

Gefördert werden Aktivitäten zur Förderung von Innovation. Diese reichen von der Demonstrationsphase bis zur Marktaufnahme. Konkret kann dies "piloting", "test-beds", Systemvalidierung, Validierung von Geschäftsmodellen, pränormative Forschung oder das Setzen von Standards sein.

  1. Sind Marketingkosten förderfähig?

Kosten für die Ansprache von potenziellen Investoren oder Kunden sowie für die Verbreitung von Ergebnissen sind förderfähig, sofern sie für die Projektdurchführung erforderlich sind. Aktivitäten, die unmittelbar auf die Vermarktung abzielen, können jedoch nicht angerechnet werden.

  1. Welche technischen Voraussetzungen müssen zum Projektbeginn erfüllt sein?

Vorausgesetzt wird, dass die Antragsteller bereits zum Projektbeginn einen funktionsfähigen Demonstrator entwickelt haben, der im Unternehmen selbst oder in einem unternehmensähnlichen Umfeld weiter zum marktfähigen Produkt entwickelt wird. Dies entspricht dem technologischen Reifegrad 6 ("Technological Readiness Level").

  1. Was steht bei der Bewertung im Vordergrund?

Bewertet wird das Potenzial der Idee, zeitnah Markterfolge zu erzielen. Effekte auf das Wachstum und auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind darzulegen, ebenso das Potenzial, private Investitionen zu stimulieren.

  1. Welche Berichtspflichten bestehen?

Es müssen regelmäßig Zwischenberichte mit finanziellen und inhaltlichen Elementen vorgelegt werden. In der Regel betragen die Berichtszeiträume ein Jahr, so dass für kurze Projekte nur ein Abschlussbericht zu Projektende erforderlich sein kann.

  1. Gibt es für FTI spezielle Vertragsmuster?

Nein, es gilt das "General Grant Agreement".

  1. Wie hoch ist das Budget für FTI?

Für die Pilotphase 2015 und 2016 standen jeweils 100 Millionen Euro für die Förderung zur Verfügung. Für 2017 steht kein Budget zur Verfügung. FTI wird aller Voraussicht nach 2018 fortgeführt. Die Höhe des Budgets für 2018 und für die Folgejahre ist allerdings noch nicht bekannt.

  1. Was unterscheidet FTI vom KMU-Instrument?

Im Unterschied zum KMU-Instrument richtet sich FTI an alle Arten von Einrichtungen und ist im Rahmen der Teile "Führende Rolle bei grundlegenden und industriellen Technologien" und "Gesellschaftliche Herausforderungen" themenoffen, d. h. es gibt keine spezifischen Topics für einzelne Technologiebereiche. Im Gegensatz zum KMU-Instrument ist eine Einzelförderung nicht möglich.

  1. Welche Vorarbeiten sind bei der Entwicklung von Medikamenten Voraussetzung?

Arzneimittel sollten bereits unter Einsatzbedingungen getestet worden sein, was der Phase 1 von klinischen Studien entspricht. Außerdem soll der Zeitrahmen von Projektstart bis zur Marktaufnahme 36 Monate nicht überschreiten. Das Marktpotenzial bleibt zentrales Bewertungskriterium.