FAQ Fast Track to Innovation

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Die Teilnahmebedingungen sind in den Rechtstexten von Horizont 2020 geregelt. Darüber hinaus gibt es viele Fragen, deren Antworten wir hier für Sie zusammengestellt haben.

  1. Wann können Anträge eingereicht werden?

Fast Track to Innovation (FTI) wird mit dem Arbeitsprogramm EIC ab 2018 erneut gestartet. Anträge können dann gemäß Arbeitsprogramm jederzeit eingereicht werden. Nach dem jeweiligen Stichtag werden alle Anträge begutachtet.

  1. Welche Stichtage sind für FTI ab 2018 vorgesehen?

Die Stichtage finden Sie hier.

  1. Werden alle positiv begutachteten Anträge gefördert?

Nein. Für jedes Jahr stehen für FTI 100 Millionen Euro Förderung zur Verfügung. Diese Summe wird linear auf die einzelnen Stichtage verteilt, das heißt es stehen je Stichtag etwa 33 Millionen Euro zur Verfügung. Positiv evaluierte Anträge werden nach Punkten in eine Rangliste sortiert. Die verfügbaren Fördermittel werden entsprechend der Rangliste vergeben. Gehen zu einem Stichtag mehr positiv evaluierte Anträge ein, als Budget verfügbar ist, werden nur die bestplatzierten Anträge gefördert. In der Pilotphase von FTI 2015/2016 waren das rund 16 Anträge pro Stichtag.

  1. Gibt es thematische Vorgaben?

Nein. FTI ist themenoffen, sofern die innovativen Lösungen zivilen Zwecken dienen und aus dem nicht-atomaren Bereich kommen.

  1. Gibt es Vorgaben bezüglich des Entwicklungsstands?

Ja. Vorausgesetzt wird, dass die Antragsteller bereits zum Projektbeginn einen funktionsfähigen Demonstrator entwickelt haben. Dies entspricht dem technologischen Reifegrad 6 (Technology Readiness Level 6). Zudem soll die Innovation innerhalb von drei Jahren nach Projektstart als marktfertiges Produkt, Verfahren, Dienstleistung oder Geschäftsmodell auf den Markt gebracht werden.

  1. Welche Organisationstypen sind antragsberechtigt?

Das Instrument ist für alle Arten von Einrichtungen offen, unter anderem Industrie (kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Großunternehmen), Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, welche ihren Sitz in den EU-Mitgliedstaaten oder an Horizont 2020 assoziierten Ländern haben.

  1. Welche Vorgaben bestehen bezüglich der Konsortien?

Einzelförderung ist im Gegensatz zum KMU-Instrument grundsätzlich ausgeschlossen. Förderfähige Konsortien müssen aus drei bis fünf Partnern bestehen. Diese müssen ihren Sitz in mindestens drei Staaten der EU oder in assoziierten Staaten haben (s.o.). Vom Budget sind mindestens 60 % für die Industrie (private, gewinnorientierte Organisationen) vorzusehen oder eine bestimmte Mindestzahl an Industriepartnern ist zu beteiligen. Dies sind bei drei oder vier Partnern mindestens zwei Partner aus der Industrie, bei fünf Partnern mindestens drei.

  1. Kann ich als neu gegründetes Unternehmen an Fast Track to Innovation (FTI) teilnehmen?

Formal ist dies möglich.

  1. Ist es möglich, bereits im Teilnehmerportal eingereichte Anträge zu FTI zu überarbeiten?

Eine Überarbeitung von bereits eingereichten Anträgen ist grundsätzlich möglich. Man kann den Antrag so oft hochladen und abschicken, wie man möchte. Die letzte hochgeladene Version zum Stichtag wird begutachtet.

  1. Kann ich mehrere Anträge gleichzeitig stellen?

Ja.

  1. Können Anträge in FTI und dem KMU-Instrument parallel eingereicht werden?

Ja.

  1. Kann ein Antrag, der abgelehnt wurde, nochmals eingereicht werden?

Nach Ablehnung können überarbeitete Anträge erneut eingereicht werden.

  1. Wann werden die Antragstellenden über die Förderentscheidung informiert, und wann kann ein Projekt frühestens beginnen?

Die Förderentscheidung wird drei Monate nach dem Stichtag mitgeteilt. Das unterzeichnete "Grant Agreement" soll den erfolgreichen Antragstellenden sechs Monate nach Benachrichtigung über die Förderentscheidung vorliegen, so dass ein Projekt sechs Monate nach dem jeweiligen Stichtag starten kann.

  1. Gibt es spezielle Formulare für die Darstellung der Businesspläne?

Nein. Die Elemente des Businessplans werden im Antragsformular von FTI abgefragt, beispielsweise die Darstellung der eigenen Lösung im Vergleich zu bereits bestehenden (Technologie-)Lösungen, der Unique Selling Point der eigenen Lösung und die Auswahl der Distributionsstrategie. Es muss kein gesonderter Businessplan eingereicht werden.

  1. Können miteinander verbundene Unternehmen einen Antrag einreichen?

Ja, Mutter- und Tochterunternehmen können im selben Call einen eigenen Antrag einreichen.

  1. Können Unterauftragnehmer an FTI beteiligt werden?

Die Beteiligung von anderen Organisationstypen ist als Unterauftragnehmer möglich, sofern diese gut begründet ist, z. B. wenn die antragstellende Einrichtung auf externes Know-how angewiesen ist. Unterauftragnehmer können in mehreren Konsortien vertreten sein. Hinsichtlich des Anteils am Budget ist für Unteraufträge keine Begrenzung nach oben festgelegt. Unteraufträge müssen aber plausibel erscheinen, die Kosten angemessen und ihre Finanzierung mit der Bonität und den Kapazitäten der antragstellenden Einrichtungen vereinbar sein. Interessenskonflikte sind auszuschließen und die Auswahl der Unterauftragnehmer mit dem besten Preis-Qualitäts-Verhältnis ist sicherzustellen. Es sollten keine Kernaufgaben ausgegliedert werden, die für die Markteinführung relevant sind. Über die Angemessenheit der Unteraufträge entscheiden die Gutachter.

  1. Wie erfolgt die Auszahlung für ein Projekt?

Die Summe der Vorfinanzierung und der Zwischenzahlungen beträgt maximal 90 % der Gesamtfördersumme. Die Zwischenzahlungen werden innerhalb von 90 Tagen nach Eingang der Berichte ausgezahlt.

  1. Welche Fördersumme kann minimal / maximal beantragt werden?

Für die Förderung können für alle Projektpartner eines Konsortiums in der Regel insgesamt zwischen 1 Million und 3 Millionen Euro beantragt werden. Die durchschnittliche Förderung lag in der Pilotphase von FTI (2015/16) bei 2,1 Millionen Euro.

  1. Welche Förderquoten bestehen für verschiedene Einrichtungstypen?

Die Förderquote beträgt für private, gewinnorientierte Organisationen (KMU und Großunternehmen) 70 % der erstattungsfähigen Kosten. Bei nicht-gewinnorientierten Organisationen (z. B. Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen) liegt sie bei 100 %. Dazu kommt eine 25 %-Pauschale für indirekte Kosten auf erstattungsfähige direkte Kosten. Damit erhält man für einen erstattungsfähigen Euro Ausgaben eine Förderung von bis zu 87,5 Cent (bei einer Förderquote von 70 %) bzw. bis zu 1,25 Euro (bei einer Förderquote von 100 %).

  1. Welche Kosten sind erstattungsfähig?

Analog zu den Beteiligungsregeln von Horizont 2020 sind direkte Kosten erstattungsfähig. Zu den direkten Kosten zählen Personalkosten, Reisekosten sowie Kosten für andere Güter und Verbrauchsmaterialien. Zusätzlich wird auf die direkten Kosten eine Pauschale von 25 % zur Abdeckung indirekter Kosten aufgeschlagen, ohne dass für diese ein weiterer Kostennachweis erforderlich ist. Außerdem werden die Kosten für fremdvergebene Dienstleistungen (Subcontracting) und andere Kosten (beispielsweise eingekaufte Ressourcen von Dritten) zu 70 % bzw. 100 % erstattet, allerdings fallen diese nicht unter die Pauschale.

  1. Ist es möglich, für den Eigenanteil weitere EU-Fördermittel zu beantragen?

Nein. Den Eigenanteil im Umfang von 30 % der Gesamtkosten muss das antragstellende Unternehmen aus seinem Umsatz oder anderen Finanzquellen, wie z. B. Eigenkapital oder privaten Investitionen aufbringen. Eine Doppelförderung mit EU-Geldern ist ausgeschlossen. Weitere Fördermittel sind komplementär zulässig.

  1. Welche Aktivitäten sind förderfähig?

Gefördert werden Aktivitäten zur Förderung von Innovation. Diese reichen von der Demonstrationsphase bis zur Marktaufnahme. Konkret können dies Pilotierung,"test-beds", Systemvalidierung, Validierung von Geschäftsmodellen, pränormative Forschung oder Standardisierung sein.

  1. Sind Marketingkosten förderfähig?

Kosten für die Ansprache von potenziellen Investoren oder Kunden sowie für die Verbreitung von Ergebnissen sind förderfähig, sofern sie für die Projektdurchführung erforderlich sind. Aktivitäten, die unmittelbar auf die Vermarktung abzielen, können jedoch nicht angerechnet werden.

  1. Was steht bei der Bewertung im Vordergrund?

Bewertet wird das Potenzial der Idee, zeitnah Markterfolge zu erzielen. Effekte auf das Wachstum und auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze sind darzulegen, ebenso das Potenzial, private Investitionen zu stimulieren.

  1. Welche Berichtspflichten bestehen?

Es müssen regelmäßig Zwischenberichte mit finanziellen und inhaltlichen Elementen vorgelegt werden. In der Regel betragen die Berichtszeiträume ein Jahr, so dass für kurze Projekte nur ein Abschlussbericht zu Projektende erforderlich sein kann.

  1. Gibt es für FTI spezielle Vertragsmuster?

Nein, es gilt das "General Grant Agreement".

  1. Wie hoch ist das Budget für FTI?

Zwischen 2018 und 2020 stehen jährlich 100 Millionen Euro für FTI zu Verfügung.

  1. Was unterscheidet FTI vom KMU-Instrument?

Im Unterschied zum KMU-Instrument richtet sich FTI an alle Arten von Einrichtungen. Anders als im KMU-Instrument sind Konsortien in FTI Pflicht. Eine Gegenüberstellung von FTI, KMU-Instrument und FET Open finden Sie hier.

  1. Welche Vorarbeiten sind bei der Entwicklung von Medikamenten Voraussetzung?

Arzneimittel sollten bereits unter Einsatzbedingungen getestet worden sein, was der Phase 1 klinischer Studien entspricht. Außerdem soll der Zeitrahmen von Projektstart bis zur Marktaufnahme 36 Monate nicht überschreiten. Das Marktpotenzial bleibt zentrales Bewertungskriterium.

  1. Gibt es Unterstützung während der Projektlaufzeit?

Ja, für KMU: In Form eines Mentoren-Programms stehen erfolgreiche CEOs – zunächst von KMU aus geförderten Phase-2-Projekten im KMU-Instrument – den erfolgreichen FTI-Antragstellenden als Mentoren mit ihrer Erfahrung zur Seite. Mentoren und Mentees werden über die EIC Community Platform zusammengebracht. Daneben können die KMU am "Phase 3"-Programm des KMU-Instruments teilnehmen.