KMU-Schwellenwerte

Eine rote und eine blaue Spielfigur stehen jeweils auf einem Münzstapel, wobei der Münzstapel, auf dem die blaue Figur steht, höher ist als der andere Stapel

Was ist ein Unternehmen?

Nach der neuen Definition gilt als Unternehmen grundsätzlich "jede Einheit unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt". Diese Terminologie entspricht der Definition, die der Europäische Gerichtshof in seinen Entscheidungen verwendet.

Demnach können Selbständige, Familienbetriebe, Personengesellschaften und Vereinigungen als Unternehmen angesehen werden, solange sie einer regelmäßigen wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen. Ausschlaggebend für die Bestimmung des Unternehmens ist die Wirtschaftsform und nicht die Rechtsform.

Entspricht mein Unternehmen den KMU-Schwellenwerten?

Anhand der eigenen Unternehmensdaten und der KMU-Schwellenwerte lässt sich bestimmen, ob das Unternehmen noch als Kleinstunternehmen, als kleines Unternehmen oder als ein mittleres Unternehmen zu werten ist.

Der Status des Unternehmens wird anhand der Mitarbeiterzahl, Jahresumsatz sowie der Jahresbilanzsumme bestimmt.

Übersicht zu den Schwellenwerten zur Bestimmung des Status:
Unternehmens-
kategorie
Zahl der
Mitarbeiter
Umsatz   Bilanzsumme
mittelgroß < 250 ≤ € 50 Millionen oder ≤ € 43 Millionen
klein < 50 ≤ € 10 Millionen oder ≤ € 10 Millionen
mikro < 10 ≤ € 2 Millionen oder ≤ € 2 Millionen

Wichtig bei der Bestimmung anhand der Schwellenwerte ist, dass die Anzahl der Mitarbeiter  unbedingt zu beachten ist! Bezüglich des Umsatzes oder der Bilanzsumme steht dem Unternehmen die Wahl hingegen frei, da Unternehmen im Handel und Vertrieb oftmals höhere Umsatzzahlen verzeichnen als Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe.

Zur Schwellenwertbestimmung gilt demnach:
Zahl der Mitarbeiter < 250 + entweder Jahresumsatz  oder Jahresbilanzsumme.

Bestimmung der Mitarbeiter

Der Begriff Arbeitnehmer wird in nationalen Vorgaben definiert, die in der  Arbeitsgesetzgebung des jeweiligen Landes festgelegt sind.

Es werden bei der Bestimmung der Mitarbeiter Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte sowie Saisonarbeitskräfte berücksichtigt. Unberücksichtigt bleiben Personen im Mutterschafts- bzw. Erziehungsurlaub. Auszubildende oder in beruflicher Ausbildung stehende Personen mit einem Berufsausbildungsvertrag sind nicht als Mitarbeiter zu zählen.

Die Mitarbeiterzahl wird in Jahresarbeitseinheiten angegeben. Jede Vollzeitarbeitskraft für den gesamten Berichtszeitraum zählt als eine Einheit, für Teilzeit- und Saisonarbeitskräfte etc. ist der jeweils der entsprechende Bruchteil der Einheit anzurechnen.

Zur korrekten Berechnung der Mitarbeiterzahl sollten die Angaben des letzten genehmigten Jahresabschlusses zugrunde gelegt werden.

Bei Neugründungen und Start-ups, für die noch kein genehmigter Jahresabschluss vorliegt, können nur die Daten als dem laufenden Geschäftsjahr angegeben werden.

Für weitere Informationen: Handbuch der KMU-Definition Artikel 5 der Kommissionsempfehlung.

Bestimmung des Jahresumsatzes und der Jahresbilanzsumme

Zur Bestimmung der KMU-Definition kann entweder der Jahresumsatz oder die Jahresbilanzsumme herangezogen werden. Die Angaben beziehen sich hier auch wieder auf die Angaben des letzten genehmigten Jahresabschlusses bzw. für neugegründete Unternehmen sind die Einschätzungen des laufenden Geschäftsjahres für die Berechnung zu Grunde zu legen.

Jahresumsatz
Der Jahresumsatz berechnet sich nach dem Verkaufs- und Dienstleistungserlös, den das Unternehmen für das betreffende Jahr unter Berücksichtigung aller Erlösschmälerungen erzielt hat. Indirekte Steuern (MwSt. etc.) fließen nicht in den Erlös ein (vgl. Art. 4).

Jahresbilanzsumme
Die Jahresbilanzsumme wird anhand des Hauptvermögenswertes des betroffenen Unternehmens berechnet. Welche Vermögenswerte zur Berechnung einzurechnen sind, richtet sich u. a. nach der Verbindung mit anderen Unternehmen oder Einrichtungen. Es wird unterschieden zwischen eigenständigen Unternehmen (Art. 3), Partnerunternehmen (Art. 3 Abs. 2) und verbundene Unternehmen (Art. 3 Abs. 3).

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Handbuch der Europäischen Kommission zur KMU-Definition.

KMU-Checkliste

Gültigkeitsprüfung

Klärung des KMU-Status / Kontakt zum Validation Service der Europäischen Kommission

KMU, die mit anderen Unternehmen oder Verbänden verbunden sind (Mehrheitsbeteiligungen, Unternehmensverflechtungen), können sich den KMU-Status durch den Validation Service der Europäischen Kommission rechtsverbindlich bestätigen lassen. Sobald der webbasierte KMU-Fragebogen online im Teilnehmerportal bei der Registrierung ausgefüllt worden ist, können Einrichtungen den Validation Service für eine Überprüfung und Bestätigung des KMU-Status kontaktieren. Die Einrichtung kann den Validation Service über das Teilnehmerportal via "message" über den LEAR oder den Registrierenden der Einrichtung kontaktieren und folgende Dokumente im Teilnehmerportal hochladen.

  • Jahresabschluss, Gewinn-und Verlustrechnung, Angaben zur Mitarbeiterzahl (gemessen in Jahresarbeitseinheiten (JAE); die Arbeitsleistung einer vollzeitlich im Betrieb beschäftigten Person);
  • für Start-ups: eine Selbsterklärung mit nach Treu und Glauben geschätzten Jahresabschlusszahlen in Form eines Business Plans;
  • für Unternehmen mit deutlich verlängerter time-to-market: eine Erklärung über die erfolgten Investitionen und die zu erwartende Gesamtrendite.

Die Überprüfung des KMU-Status kann jederzeit gefordert werden, vorausgesetzt, der webbasierte KMU-Fragebogen (SME self-declaration) wurde online ausgefüllt.